Ein kleiner Rückblick auf die Hochwasser in Grimma
Hochwasser, das ist keine Erfindung unserer Tage dieses Phänomen beschäftigt die Menschheit schon seit sie ihre Siedlungen in Flußnähe bauten. Jedes Jahr zur Schneeschmelze aber auch in regenreichen Sommer- oder Herbstmonaten, ja selbst im Winter treten die Flüsse mehr oder weniger über ihre Ufer und bedrohten die Menschen und ihre Behausungen und Bauwerke. In den Jahren 820, 889 und 1008 soll es schon große Hochwasser an der Mulde gegeben haben. Den ersten schriftlichen Beleg darüber gibt es aber erst aus dem Jahre 1017 aus dem Gebiet um Wurzen, als die Verbündeten des deutschen Kaisers nach einem Feldzug gegen Polen, bei Wurzen die Mulde überqueren wollten, und dabei "etliche erlesene Krieger" und ein Bildnis ihrer Göttin verloren, welches sie auf ihren Feldzügen immer mitführten. Im Jahre 1306 erwähnt der Grimmaer Chronist Lorenz ein Hochwasser der Mulde, er schreibt dazu, das damals: „... ein großes Stück der Stadtmauer eingerissen und auf dem alten Markt ( der jetztige Baderplan ) 16 Häuser eingeworfen wurden”. 1315 und 1316 erwähnt der Chronist ebenfalls sintflutartige Hochwasser bei der „... die Augustinerkirche fortgerissen wurde.” Bei der Hochwasserkatastrohpe am 24. Juni 1433 sind die Angaben schon etwas ausführlicher, er schreibt: „ am Johannistag stürzte die Mulde die Stadtmauer nahe der Stadtmühle und dem Elisabethkloster, zerstörte die Brücke und drang sogar durch das Pappische und das Leipziger Tor in die Stadt, die daraufhin knietief unter Wasser stand. Über ein weiteres Hochwasser wird am 28. September 1539 berichtet, hierbei stand das Wasser 2 Ellen ( 1 Elle = 56,6 cm ) in den Straßen Grimmas. Am 20. Juni 1573 war nach bisherigen Erkenntnissen das wohl größte Hochwasser im Grimmaer Muldengebiet. Nach den Angaben des Chronisten stand das Wasser mehr als 3 Ellen, also über 1,50 m auf dem Grimmaer Marktplatz und eine Elle über den Altären der Nikolai- und der Klosterkirche. 1661 und 1694 zwei weitere katastrophale Hochwasser in der Mulde. Das bisher bekannte zweitgrößte Hochwasser der Mulde wälzte sich am 30. Juni 1771 durch Grimma. Heftige, lang anhaltente Gewitterregen im Einzugsgebiet von Zschopau und Mulde waren die unmittelbare Ursache für die Flutwelle. Extrem hohe Wasserstände wurden auch am 1. August 1858 und am 31. Juli 1897 gemessen. Nicht unerwähnt darf auch das Winterhochwasser vom 5. Februar 1909 bleiben. Hochwasser im Winter waren immer besonders gefürchtet, da sich die losbrechenden Eisschollen aufstauten und das Wasser in nur wenigen Stunden um mehrere Meter anschwellen ließ. Außerdem zerstörten sie mit brachialer Gewalt in nur wenigen Minuten Brücken und Mühlen.Und dann im Juli 1954. „Hochwasser in Grimma” diese Nachricht brachte uns auf den Weg, Barfuß, 10 km von Ragewitz nach Grimma. 6 Steppkes im Alter von 7 - 14 Jahre das mußten wir einfach sehen. Für uns alle war es die erste Begegnung mit einen außer Rand und Band geratenen Fluß. Leider hatte damals keiner von uns einen Fotoapparat dabei. Über die Brücke konnten wir damals noch, aber 48 Jahre später am 14.08.2002 war diese von den tobenden braunen Wassermassen überflutet. Hier einige Bilder
Die noch intakte Pöppelmannbrücke, voll überflutet.